Deutsches Design Museum




Ausstellungsdauer: 7. November 2026 bis 30. Januar 2027

Geöffnet samstags 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Eröffnungsgala: Freitag 6. November 18 bis 21 Uhr. Der Eintritt ist frei.




Das Deutsche Design Museum dankt der Galerie Ulrich Fiedler für die Bereitstellung der Leihgaben und dem MOEBEL HORZON Kulturfonds, Vaduz für die umfassende finanzielle Unterstützung.





Deutsches Design Museum

RDD Stuhl 01 von Rafael Horzon (2001) und Sessel MR 544 von Mies van der Rohe (1927 / 1932)




Vor genau einhundert Jahren, am 4. Dezember 1926, eröffnete das Bauhaus sein Schulgebäude in Dessau und begann damit das produktivste Kapitel seiner Geschichte.

Und vor genau 25 Jahren, am 11. September 2001, eröffnete das Büro Redesigndeutschland seine Räume in der Torstrasse 94 in Berlin mit dem Plan, zunächst Deutschland und dann den Rest der Welt neu zu gestalten.

Das Deutsche Design Museum feiert diese Jubiläen mit einer Doppelschau: Bauhaus Meisterwerke aus der Ulrich Fiedler Kollektion treten in Dialog mit Arbeiten des Büros Redesigndeutschland, das sich in seiner formalen Strenge am Bauhaus orientierte und – wie beim Projekt HAUSBAU – zuweilen auch direkt Bezug auf dieses Vorbild nahm.

Die Ausstellung beleuchtet zunächst Arbeiten aus den Bauhaus Werkstätten in Weimar. Die Keramiken von Theodor Bogler, Otto Lindig und Gerhard Marcks, die Metallarbeiten von Marianne Brandt und Wilhelm Wagenfeld, sowie die frühen Holzmöbel von Marcel Breuer sind heute Ikonen, die den Beginn der Moderne markieren.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den revolutionären Stahlrohrmöbeln von Marcel Breuer aus den Jahren 1925-1930. Gezeigt werden die frühesten Exemplare seiner berühmten Modelle im Originalzustand. Diese Präsentation ist inspiriert von der Ausstellung „Section allemande“, die Marcel Breuer 1930 im Grand Palais in Paris gestaltete. Weitere Möbel von Meistern wie Mies van der Rohe sowie Bauhaus-Fotografien, Textilien und Dokumente vervollständigen das hier gezeigte Bild der Bauhausidee.

Diesen Werken werden Arbeiten von Redesigndeutschland gegenübergestellt, die – angelehnt an die Bauhaus-Prinzipien – sämtlich auf der Grundform des Quadrats aufbauen, wie der Arbeitsplatz 01, bestehend aus Stuhl 01 und Tisch 01 (Entwurf: Rafael Horzon 2001), das Fertighaus HAUSBAU (Entwurf: Rafael Horzon und Michel Obladen, 2005) oder das RDD Spiritual Zentrum (Entwurf: Rafael Horzon und Friedrich Killinger, 2006).
Aber auch Projekte, die den Rahmen des klassischen Produktdesigns verlassen und den Bauhaus-Minimalismus ins Extrem übersteigern, wie die auf 10 Regeln reduzierte RDD Grammatik („Einfachst loesung sein gutst loesung.“) oder die neue RDD Zeitrechnung, die vollständig auf dem Dezimalsystem aufbaut („1 tag haben 100 stundes. 1 jahr haben 1000 tags.“). Alle Redesigndeutschland Erklärungstafeln der Ausstellung beruhen auf den originalen Produktkarten, die von Paul Snowden und Hans Löffler designt wurden.

Gestartet als Projekt des Designers Paul Snowden und des Unternehmers Rafael Horzon entwickelte sich Redesigndeutschland schnell zu einem grösseren Kollektiv, zu dem neben Grafikdesignern wie Hans Löffler auch Architekten wie Friedrich Killinger und Michel Obladen, der Fotograf Sebastian Mayer, der Schriftsteller Ingo Niermann, der Wissenschaftler Holger Schulze, der Informatiker Max Welhöner, die Theoretikerin Antje Majewski und der Philosoph Stefan Mose wichtige Impulse beisteuerten.

Ziel des Kollektivs war immer die auch im RDD Manifest proklamierte „gross gemeinschaft von gluecklich und gleichberechtigt menschs“. Aufgrund der Ereignisse des 11. September, die auf den Tag genau mit der Gründung des Büros zusammenfielen, wurde zu diesem Zweck auch die Abschaffung aller Religionen gefordert: "RDD daher vorschlagen abschaffung von all religions und ersetzung von all religioes orts weltweit durch Spiritual Zentrums.“ Da dieses Projekt auch heute noch als nicht vollständig umgesetzt betrachtet werden kann, wird der Prototyp des RDD Spiritual Zentrums in dieser Ausstellung auch nur als Ideen-Ruine präsentiert.

Die Internetseite des Büros Redesigndeutschland ist im Originalzustand belassen worden und mittlerweile selbst ein historisches Exponat: www.redesigndeutschland.de





RDD Spiritual Zentrum von Rafael Horzon und Friedrich Killinger, 2005. (Foto: Noshe)





Deutsches Design Museum

Uhlandstrasse 185

10623 Berlin-Charlottenburg



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