Die Verleihung des Deutschen Designpreises des Deutschen Design Museums DDDDDM am 30. Juni 2026 war der Höhe- und Schlusspunkt der Ausstellung Sitzen Machen! im Deutschen Design Museum.
Im Folgenden zeigen wir den Ablauf der sehr emotionalen Verleihungszeremonie in Fotos von Till Milius und André C. Hercher.
Alle Informationen zur Ausstellung Sitzen Machen! finden Sie unter diesem Link.
Alle Details zum Hintergrund des Designpreises DDDDDM finden Sie unter diesem Link.
17:55 Uhr
Es ist Samstag, der 30. Mai in Berlin. Fünf Minuten vor Beginn der Veranstaltung treffen die ersten Gäste ein...
17:56 Uhr:
Der Direktor des Deutschen Design Museums, Rafael Horzon, begrüsst die Ehrengäste Lars Kraume und Lena Kiessler...
17:57 Uhr:
Direktor Horzon begrüsst Designer und Design-Theoretiker Volker Albus im Deutschen Design Museum.
17:58 Uhr:
Direktor Horzon und Verena Gillmeier (Head of Customer Experience im Deutschen Design Museum) begrüssen Design-Legende Frank Oehring, den Schöpfer der gigantischen Neon-Skulptur im Berliner ICC, und seine Frau, die Künstlerin Elisabeth Lux.
17:59 Uhr:
Direktor Horzon unterhält die eintreffenden Gäste mit Anekdoten aus seinem Leben, hier mit Sebastian Hoffmann, Geschäftsführer der Dekorations-Agentur Tadan.
18:00 Uhr:
Währenddessen übt ein für die Warm-up-Show gebuchtes Yung Hurn Double im Hinterzimmer Sketche ein.
18:01 Uhr:
Das ungeduldige Publikum fordert in Sprechchören den sofortigen Beginn der Preisverleihung.
18:02 Uhr:
Das Yung Hurn Double versucht vergeblich, die wütende Menge zu besänftigen.
18:03 Uhr:
Endlich tritt Direktor Horzon auf die Bühne! Er dankt den Besuchern für das zahlreiche Erscheinen und dem Hauptsponsor des Museums, dem Moebel Horzon Kulturfonds, für die grosszügige und umfassende finanzielle Unterstützung.
Um 18:04 Uhr beginnt die Zeremonie mit einem Paukenschlag: Mit der Verleihung des Ehrenpreises des Slowenischen Kulturinstituts Berlin, vertreten durch seine Präsidentin, Frau Dr. Saša Šavel Burkart (links).
Gewinnerin dieses Preises ist die Dekorations-Agentur Tadan mit dem hier gezeigten Werk. Man muss dafür wissen, dass es die einzige Bedingung für die Teilnahme an der Ausstellung Sitzen Machen! war, zusammen mit einem Sitzmöbel auch ein eigenes Podest mit der Grundfläche 80 x 80 cm einzureichen. Um Ressourcen zu schonen, hatte die Agentur Tadan ein Podest in der Höhe 45 cm eingereicht, das somit auch zum Sitzen geeignet ist. Man könnte in diesem Fall sagen: Das Podest is(s)t das Sitzmöbel. Einer der drei Geschäftsführer der Agentur, Cecil von Renner, demonstriert auf diesem Foto die Tauglichkeit des nicht vorhandenen Sitzmöbels in dieser nachdenklichen Pose.
Die Präsidentin des Slowenischen Kulturinstituts Berlin, Frau Dr. Šavel Burkart, übergibt dem überglücklichen Geschäftsführer der Dekorations-Agentur Tadan, Sebastian Hoffmann, den Ehrenpreis des Slowenischen Kulturinstituts.
20 Minuten später: Museumsdirektor Horzon bittet Preisträger Sebastian Hoffmann um eine Verkürzung seiner Dankesrede von 25 Stunden auf 25 Minuten.
45 Minuten später: Die nächste Preisträgerin, Rose von Stenglin, betritt die Bühne.
Sie erhält den Deutschen Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM in der Kategorie „Jüngste Newcomerin“. Hier sehen wir die neunjährige Rose auf dem offiziellen Einlieferungsfoto mit ihrer Arbeit „Die fünf Finger“.
In ihrer Rede dankt sie ihrem Vater, der immer an sie geglaubt und sie beim Bau ihres Sitzmöbels unterstützt habe. Das gerührte Publikum quittiert ihre Rede mit lang anhaltendem Applaus.
Schon wird das nächste Sitzmöbel auf die Bühne gebracht, eine anonyme Einreichung ohne Titel, dafür mit einer dazugehörigen Flasche Ruinart.
In seiner langatmigen Laudatio führt Direktor Horzon aus, dass er vor der Einlieferung dieses Toilettenstuhls mit dem Gedanken gespielt habe, ebenfalls anonym eine Kloschüssel als Sitzmöbel einzureichen. Eine Idee, die sich mit diesem Exponat erübrigt habe, das sich in seinen Augen gleichermassen auf die anonyme Einreichung eines Urinals durch R. Mutt im Jahre 1917 in New York bezieht.
Horzon überreicht dem abwesenden Einreicher oder der abwesenden Einreicherin mit den Initialen „Th. F.“ daher den EHRENPREIS MARCEL DUCHAMP und bittet ihn oder sie auf diesem Weg um Abholung der Urkunde und des Exponats, das ansonsten in den Besitz des Museums übergehen werde.
Sogleich wird das nächste Sitzmöbel auf die Bühne gehoben: Der Hocker Timber Tides der jungen Designerin Johanna Printz, aus gesandstrahltem Lärchenholz.
An dieser Stelle müssen wir als Deutsches Design Museum und als Ausrichter des Designpreises DDDDDM noch eine Bemerkung zu den hier vergebenen Preisen machen: Die drei vorherigen Preise wurden nicht aufgrund der vom Publikum vergeben Stimmen vergeben, sondern weil es dem Direktorium des Slowenischen Kulturinstituts und des Deutschen Design Museums ein Bedürfnis war, drei herausragende Positionen der Ausstellung Sitzen Machen! zu würdigen.
Die nun folgenden Preise, beginnend mit dem für dieses hier oben gezeigte Sitzmöbel, spiegeln hingegen ausschliesslich den Publikumswillen: Die Besucher der Ausstellung Sitzen Machen! haben in über 1500 Stimmzetteln ihre jeweils 3 Lieblings-Sitzmöbel gewählt, diese ca. 4500 Stimmen wurden von uns ausgewertet, und die 9 Sitzmöbel mit den meisten Stimmen wurden mit Preisen ausgezeichnet. Dabei haben wir sie, wie bei allen grossen Designpreisen üblich, in möglichst detailbesessenen, um nicht zu sagen: Erstaunen erweckenden Kategorien ausgezeichnet. Aber lesen Sie selbst:
Die Designerin Johanna Printz erhielt für den von ihr entworfenen Hocker "Timber Tides“ die neuntmeisten Publikums-Stimmen und wird dafür mit dem Deutschen Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM in der Sonderkategorie „Erstaunlichster Holzhocker“ ausgezeichnet!
Sogleich wird das nächste Sitzmöbel auf die Bühne gehoben, ein Sessel mit dem Titel „Linear“, eingereicht von Michelle Tiepermann von der HBKsaar in Saarbrücken.
Die junge Designerin Michelle Tiepermann mit ihrem Werk auf dem offiziellen Einlieferungsfoto. Ihr Entwurf erhält mit den achtmeisten Publikums-Stimmen den Deutschen Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM in der Sonderkategorie „Farbenfrohster Sessel“! Herzlichen Glückwunsch!
Schon wird der nächste Stuhl auf die Bühne gehoben, ein mit einer original-chinesischen Louis-Vuitton Husse aus echtem Plastikleder veredelter Plastik-Monobloc.
Direktor Horzon verleiht dem überglücklichen Designer Volker Albus für seinen Entwurf „Lu Yii Wij Tong“ den Deutschen Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM in der Sonderkategorie „Luxus Monobloc“. Er erhielt die siebtmeisten Publikums-Stimmen!
Schon wird das nächste Sitzmöbel auf die Bühne gehoben: Der "Heat Seat 1“ erhielt die sechstmeisten Stimmen!
Designer Emil Kiefer erhält von Direktor Horzon den Deutschen Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM in der Sonderkategorie „Heissester Stuhl“!
Schon wird das nächste Sitzmöbel auf die Bühne gehoben: "Thank you for traveling“, ein Entwurf des Produktdesigners Jan Raddatz.
Mit den fünftmeisten Publikums-Stimmen erhält Jan Raddatz den Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM in der Sonderkategorie „Mobilstes Sitzmöbel“!
Die viertmeisten Publikums-Stimmen erhielt der Entwurf des 23jährigen Studenten der Produktgestaltung Moritz Glatte. Sein handwerklich perfekt ausgeführter Stuhl mit dem schönen Titel „Unmöglichkeitsbedrängung“ wird dafür mit dem Deutschen Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM in der Kategorie „Bester Newcomer“ ausgezeichnet.
Dann tritt Direktor Horzon mit ernster Miene auf die Bühne und bittet um absolute Ruhe. Das sofort verstummende Publikum ahnt es: Nun folgt der Höhepunkt des Abends. Die Verleihung der drei Hauptpreise!
Verena Gillmeier, Head of Customer Experience, präsentiert dem versteinerten Publikum den Designpreis des Deutschen Design Museums in Bronze.
Dann ruft Direktor Horzon den völlig überraschten Preisträger Prof. Tristan Pranyko auf die Bühne. In seiner Laudatio erzählt Horzon, dass er im Atelier des bekannten Design-Professors dessen eigentliche Einreichung für die Ausstellung Sitzen Machen! habe abholen wollen, dabei habe er ein ungewöhnliches dreibeiniges Objekt entdeckt und ebenfalls mitgenommen:
Laut Professor Pranyko handelt es sich bei diesem Objekt um eine Nackenstütze, die Menschen in Ghana vorwiegend als Kopfkissen benutzen. Da es auch zum Sitzen geeignet ist, wurde dieses Objet trouvé in die Ausstellung Sitzen Machen! aufgenommen.
In dieser Ausstellung entwickelte es sich zu einem grossen Publikumsliebling, es erhielt die drittmeisten Publikums-Stimmen und somit den Deutschen Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM in Bronze!
In atemloser Stille öffnet Direktor Horzon den Umschlag für den zweiten Platz!
Der Deutsche Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM in Silber geht an Clemens Lauer und Max Guderian für ihren Entwurf Vintage Invader!
Der ungewöhnlich schmale Sessel erhielt die zweitmeisten Publikums-Stimmen der Ausstellung Sitzen Machen! im Deutschen Design Museum. Seine Schöpfer werden dafür mit dem Deutschen Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM in Silber geehrt!
Es folgt der Höhepunkt des Abends, die Verleihung des Deutschen Designpreises des Deutschen Design Museums DDDDDM in Gold! Nervös nestelt Direktor Horzon die Karte mit dem Namen des Preisträgers aus dem Umschlag. Dann steckt er Karte wieder zurück. Denn zuerst…
…präsentiert Zeremonienmeisterin Verena Gillmeier die begehrte Trophäe dieses wohl gerechtesten und transparentesten Designpreises der Welt...
…den Deutschen Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM in Gold!
Im grossen Saal des Deutschen Design Museums herrscht eine zum Zerreissen gespannte Atmosphäre! In absoluter Stille fingert Direktor Horzon nun schon im zweiten Anlauf die Karte aus dem Umschlag. Dann verliest er mit zittriger Stimme den Namen des Preisträgers...
Es ist der junge Designer Philippe Bietenholz! Sein „Bounce Lounge Chair“ erhielt in der Ausstellung Sitzen Machen! im Deutschen Design Museum die meisten Publikums-Stimmen und wird dafür mit dem Deutschen Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM in Gold geehrt!
Da der Designer selbst sich gerade in Spanien befindet, um eine weiter verbesserte Version seines "Bounce Lounge Chair“ herzustellen, nimmt seine Verlobte Shirin Cremer den Preis und den donnernden Applaus in Empfang!
Der Bounce Lounge Chair ist ein 3D-gedrucktes Sitzobjekt, das durch seine Struktur beim Sitzen eine spielerische, herausfordernd-dynamische Erfahrung erzeugt! Es hat sich laut der laufend ausgewerteten Stimmzettel schnell und klar zum Publikums-Favoriten der Ausstellung Sitzen Machen! entwickelt!
Übrigens wählten auch die Leser der FAZ im Online-Artikel von Niklas Maak über die Ausstellung Sitzen Machen! und den Designpreis DDDDDM diesen Stuhl zu ihrem Favoriten!
Noch einmal die drei Preisträger des Deutschen Designpreises des Deutschen Designmuseums DDDDDM auf einen Blick:
Rechts: DDDDDM in Bronze für Objet trouvé von Tristan Pranyko
Links: DDDDDM in Silber für Vintage Invader von Clemens Lauer und Max Guderian
Mitte: DDDDDM in Gold für Bounce Lounge Chair von Philippe Bietenholz
In gelöster Atmosphäre endet der nach einhelliger Meinung sehr gelungene Abend erst weit nach 21 Uhr in der museumseigenen Diskothek. Im Bild Direktor Horzon mit den australischen Berichterstattern Bradley Kunda und Rebecca MacCallion.
Das Deutsche Design Museum dankt allen Teilnehmern der Ausstellung Sitzen Machen!, den zahllosen Besuchern der Ausstellung für ihre Teilnahme an der Wahl zum Deutschen Designpreis des Deutschen Design Museums DDDDDM, sowie dem Moebel Horzon Kulturfonds, Vaduz, für die grosszügige fianzielle Unterstützung!
Deutsches Design Museum
Uhlandstrasse 185
10623 Berlin
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Bitte lesen Sie diesen interessanten Hintergrundbericht zum Deutschen Design Museum in der FAZ
Bitte lesen Sie dieses interessante Interview mit Museumsgründer Rafael Horzon im renommierten Fachblatt baunetz-id.de
Bitte lesen Sie diese interessante Reportage zur grossen Dieter Rams Retrospektive im AD Magazin
Bitte lesen Sie diesen interessanten Artikel zu Rams, zur Sammlung Lüders und zum Museumsgründer Horzon in der Süddeutschen Zeitung
Bitte lesen Sie diese interessante Reportage über das Deutsche Design Museum und die Ausstellung Sitzen Machen! in der Welt am Sonntag
Bitte lesen Sie diesen interessanten Bericht über die Ausstellung Sitzen Machen! und den Designpreis DDDDDM in der FAZ
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